Hildasay – komplette schottische Insel für über 350.000 Pfund im Angebot
Hildasay, eine unbewohnte Insel vor der Westküste der Shetland, wird jetzt inklusive eines traditionellen Bothys und eigenem Pier für rund 350.000 Pfund angeboten.
Das Wichtigste in Kürze
Hildasay ist eine unbewohnte schottische Insel vor der Westküste der Shetland-Inseln, die derzeit für Angebote ab £350.000 zum Verkauf steht. Die Immobilie umfasst ein renoviertes Bothy, einen privaten Pier und historische Anlagen, jedoch keinen Anschluss an das Stromnetz.
Wo liegt Hildasay und was macht die Insel besonders?
Hildasay liegt westlich der schottischen Hauptinsel Shetland, umfasst rund 267 Hektar und ist komplett unbewohnt.
Die Insel befindet sich im Nordatlantik, etwa 30 Kilometer von der Shetland-Hauptinsel entfernt. Ihre Lage macht sie zu einem abgelegenen Rückzugsort, der nur per Boot erreichbar ist.
Mit einer Fläche von 267 Acres (ca. 108 Hektar) bietet Hildasay eine abwechslungsreiche Küstenlinie, zwei Süßwasserseen und sanfte Anhöhen, die bis zu 32 Meter über dem Meeresspiegel reichen. Die Natur ist nahezu unberührt, was die Insel für Naturliebhaber besonders attraktiv macht.
Wie sieht das aktuelle Verkaufsangebot für Hildasay aus?
Die Insel wird derzeit für Angebote ab £350.000 (etwa 410.000 Euro) angeboten, inklusive Pier und Bothy.
Der schottische Makler Kelvin Anderson listet Hildasay auf dem Immobilienportal Rightmove. Der Preis von £350.000 deckt das gesamte Land, den bestehenden Steinbothy, den privaten Anlegesteg und das historische Umfeld ab.
Im Exposé wird betont, dass das Angebot eine seltene Gelegenheit darstellt, ein ganzes Inselparzelle zu besitzen. Interessenten erhalten einen praktischen Ausgangspunkt, um die Insel zu erkunden, wobei der Bothy als Basis dient.
Welche Infrastruktur gibt es auf Hildasay?
Auf Hildasay gibt es ein renoviertes Bothy, einen kleinen Windturbin, einen Diesel‑Generator und einen privaten Pier, aber keinen Anschluss an das öffentliche Stromnetz.
Der Bothy, ursprünglich ein 19. Jahrhundert‑Croft‑Haus, wurde 1992 umfassend modernisiert. Er verfügt über einen Wohnbereich mit Ofen, ein offenes Schlaflager mit zweitem Ofen und ein Bad mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Strom wird bislang über eine kleine Windkraftanlage und einen Diesel‑Generator bereitgestellt. Ein Anschluss an das britische Stromnetz fehlt, sodass die Bewohner auf Eigenversorgung angewiesen sind.
Der Pier, der von der Insel aus direkt ins Meer führt, ermöglicht die Anlieferung von Gütern und den Personenverkehr per Boot. Es gibt keine Straßen im herkömmlichen Sinne, nur Pfade, die zu den wichtigsten Punkten führen.
Welche Geschichte und frühere Nutzung hat Hildasay?
Im späten 19. Jahrhundert lebten etwa 30 Menschen, die Granit abbauten und Hering verarbeiteten, und die Insel verfügte über eine eigens gebaute Schmalspurbahn.
Im Jahr 1891 erreichte die Einwohnerzahl von Hildasay rund dreißig Personen. Die Wirtschaft basierte vor allem auf dem Abbau des charakteristischen rot‑grünen Granits, der über eine eigens errichtete Schmalspurbahn zum Hafen transportiert wurde.
Der Granit wurde bis nach Australien exportiert, was die Insel zu einem bedeutenden, wenn auch kleinen, Industriezentrum machte. Parallel dazu war die Heringverarbeitung ein wichtiger Wirtschaftszweig, der die lokale Ernährung sicherte.
Nach dem Niedergang der Industrien verließ die Bevölkerung die Insel, und die Gebäude verfielen weitgehend, bis das Bothy in den 1990er Jahren renoviert wurde.
Wer hat Hildasay in jüngster Zeit bewohnt oder genutzt?
Während der COVID‑19‑Lockdown‑Phase lebte Paratrooper Chris Lewis mit Hund und Schafen im Bothy und veröffentlichte später ein Buch über seine Erfahrung.
Im Frühjahr 2020 erhielt Chris Lewis, ein ehemaliger Fallschirmjäger, Sondergenehmigung, auf Hildasay zu überwintern, nachdem er aufgrund der Pandemie auf dem schottischen Festland gestrandet war. Zusammen mit seinem Hund Jet und 15 Schafen nutzte er das Bothy als Unterkunft.
Die Versorgung erfolgte per Boot: Kohle und Lebensmittel wurden regelmäßig angeliefert. Die Erfahrung wurde später in dem Buch „Finding Hildasay“ dokumentiert, das seine Reise entlang der britischen Küste beschreibt.
Nach dem Ende der Beschränkungen verließ Lewis die Insel, aber seine Geschichte hat das öffentliche Interesse an Hildasay erneut belebt.
Was bedeutet der Kauf von Hildasay für potenzielle deutsche Käufer?
Der Erwerb bietet Deutsche die Möglichkeit, ein einzigartiges Stück britischer Küstenlandschaft zu besitzen, erfordert jedoch Eigenständigkeit bei Anreise, Versorgung und rechtlichen Fragen.
Für Interessenten aus Deutschland stellt Hildasay ein außergewöhnliches Anlageobjekt dar, das weit mehr als ein Ferienhaus ist – es ist ein ganzes Inselparzelle mit eigenem Pier und historischer Bausubstanz.
Der Kauf erfordert die Einhaltung schottischer Eigentums‑ und Umweltgesetze. Ausländische Käufer dürfen Immobilien in Schottland erwerben, müssen jedoch etwaige Genehmigungen für Bau- oder Sanierungsarbeiten sowie für den Betrieb von Stromerzeugungsanlagen einholen.
Da die Insel nur per Boot erreichbar ist, müssen potenzielle Eigentümer eigene Transportmittel organisieren oder einen regelmäßigen Fährservice einrichten. Die Selbstversorgung mit Strom, Wasser und Nahrung ist ebenfalls ein zentraler Aspekt, der in die Kalkulation einfließen sollte.
Häufige Fragen
Wie kann man Hildasay erreichen?
Der Zugang zur Insel erfolgt ausschließlich per Boot. Interessenten können von Shetlands Hauptinsel oder von benachbarten Inseln aus einen privaten Segler, ein Fischerboot oder einen gemieteten Charter nutzen. Der vorhandene Pier ermöglicht das Anlegen, jedoch gibt es keinen regelmäßigen Fährverkehr, sodass die Anreise individuell geplant werden muss.
Welche zusätzlichen Kosten entstehen neben dem Kaufpreis?
Neben dem Kaufpreis von £350.000 fallen Kosten für rechtliche Beratung, Grundbuchgebühren und mögliche Steuern an. Darüber hinaus sind Ausgaben für den Unterhalt des Bothys, die Wartung der Windkraft‑ und Generatoranlage sowie für regelmäßige Lieferungen von Brennstoff, Wasser und Lebensmitteln zu berücksichtigen. Eventuell entstehen auch Kosten für den Bau oder die Modernisierung von Infrastruktur, wenn der neue Eigentümer dies wünscht.
Gibt es Beschränkungen für ausländische Käufer?
In Schottland gibt es grundsätzlich keine Beschränkungen, die den Kauf von Grundstücken durch Ausländer verhindern. Dennoch müssen Käufer die lokalen Bau‑ und Naturschutzvorschriften beachten. Für Hildasay können besondere Auflagen gelten, weil Teile der Insel unter Naturschutz stehen. Eine gründliche Prüfung durch einen schottischen Anwalt ist empfehlenswert, um alle rechtlichen Pflichten zu klären.
Welche Naturschutzauflagen gelten auf Hildasay?
Die Insel liegt in einer Region, die für ihre Vogel- und Meeresfauna bekannt ist. Bestimmte Küstenabschnitte und Binnengewässer können als Schutzgebiete ausgewiesen sein, was Einschränkungen bei Bauvorhaben, landwirtschaftlicher Nutzung oder dem Betreten empfindlicher Lebensräume mit sich bringt. Eigentümer müssen sich an die Richtlinien von Scottish Natural Heritage halten und ggf. Genehmigungen einholen, bevor sie größere Veränderungen vornehmen.
Wie ist das Klima auf Hildasay?
Das Wetter auf Hildasay ist vom maritimen Klima der Nordsee geprägt: milde Winter, kühle Sommer und häufig wechselnde Bedingungen. Starke Winde, Regen und Nebel sind üblich, während die Temperaturen selten über 15 °C steigen. Interessenten sollten sich auf ein raues, aber zugleich spektakuläres Umfeld einstellen und entsprechende Ausrüstung für das Leben auf der Insel einplanen.