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Ilse Aigner – Kandidatin für das höchste Staatsamt in Deutschland

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, gilt als Favoritin für das Amt des Bundespräsidenten. CSU und SPD bewerben sie als erste Frau im höchsten Staatsamt.

Ilse Aigner beim Gespräch über das Bundespräsidialamt
Ilse Aigner beim Gespräch über das Bundespräsidialamt Foto: Luftschiffhafen · BY-SA · Openverse

Das Wichtigste in Kürze

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, wird von CSU und SPD als mögliche Nachfolgerin von Frank‑Walter Steinmeier für das Amt des Bundespräsidenten unterstützt. Die Wahl findet am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung statt.

Wer ist Ilse Aigner und warum steht sie jetzt im Fokus?

Ilse Aigner ist 61‑jährige Präsidentin des Bayerischen Landtags und langjährige CSU‑Politikerin, die nun als mögliche Bundespräsidentin gehandelt wird.

Aigner begann ihre politische Laufbahn in den 1990er‑Jahren und war unter Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Seit 2018 leitet sie den Landtag von Bayern, wo sie als erfahrene Parlamentarierin gilt.

Im Herbst 2026 rückte ihr Name in den Medien stärker in den Vordergrund, weil mehrere Parteien nach dem Ende von Frank‑Walter Steinmeiers zweiter Amtszeit nach einer Nachfolge suchten. Die Diskussionen konzentrierten sich schnell auf die Möglichkeit, erstmals eine Frau in das Amt zu wählen.

Welche Parteien unterstützen die Kandidatur von Ilse Aigner?

Sowohl die bayerische CSU als auch die bundesweite SPD haben öffentlich erklärt, Ilse Aigner als geeignete Kandidatin für das Bundespräsidialamt zu sehen.

Die CSU, deren Landespartei Aigner seit Jahrzehnten prägt, hat ihre uneingeschränkte Unterstützung signalisiert. Parteichef Markus Söder betonte, dass er Aigner voll hinterstehe, wenn sie das Amt übernehmen wolle.

Auf Bundesebene hat die SPD, vertreten durch Vize‑Bundesvorsitzende Anke Rehlinger, die Kandidatur befürwortet. Rehlinger erklärte, es sei an der Zeit, dass eine Frau das höchste Staatsamt übernimmt, und lobte Aigners „Ernsthaftigkeit, Bürgernähe und Erfahrung“, die das Amt erfordere.

Wie äußert sich SPD‑Vize Anke Rehlinger zu Ilse Aigner?

Anke Rehlinger spricht sich lautstark für Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus und fordert eine weibliche Nachfolge für Steinmeier.

In einem Interview mit dem Spiegel sagte Rehlinger: „Es ist Zeit für eine Frau in Bellevue. Wann, wenn nicht jetzt?“. Sie betonte, dass Aigner die nötige Seriosität und Bürgernähe mitbringe, um das Amt verantwortungsvoll auszuüben.

Rehlinger kennt Aigner seit langer Zeit und hebt hervor, dass die Kandidatin sowohl im Landtag als auch in ihrer früheren Bundesministerposition bewiesen habe, komplexe politische Prozesse zu steuern.

Wann und von wem wird der neue Bundespräsident gewählt?

Die Wahl des Bundespräsidenten findet am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung statt, die aus 630 Bundestagsabgeordneten und 630 Vertretern der Länder besteht.

Nach dem Ende von Steinmeiers zweiter Amtszeit muss die Bundesversammlung, ein eigens für die Wahl einberufenes Gremium, den Nachfolger bestimmen. Das Gremium setzt sich zu gleichen Teilen aus den Mitgliedern des Bundestages und den Delegierten der 16 Bundesländer zusammen.

Die Wahl ist geheim und erfolgt in mehreren Wahlgängen. Eine absolute Mehrheit ist im ersten Wahlgang nötig; falls diese nicht erreicht wird, folgt ein zweiter und ggf. ein dritter Wahlgang, in dem die relative Mehrheit entscheidet.

Welche praktischen Hürden gibt es für Ilse Aigner, falls sie gewinnt?

Sollte Ilse Aigner gewählt werden, muss sie zunächst einen neuen Amtssitz finden, weil das Schloss Bellevue wegen Sanierung nicht zur Verfügung steht.

Der offizielle Amtssitz des Bundespräsidenten, das Schloss Bellevue in Berlin, wird voraussichtlich mehrere Jahre renoviert. Während dieser Zeit müsste die Präsidentin in einer Übergangsresidenz untergebracht werden, ein Aspekt, der in den politischen Diskussionen bereits thematisiert wurde.

Weiterhin muss Aigner, die bislang in Bayern tätig war, den Wechsel in die Bundespolitik vollziehen. Das beinhaltet das Erlernen neuer Protokollregeln, den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks und die Anpassung an die repräsentativen Aufgaben, die das Amt mit sich bringt.

Welche anderen Kandidaten werden für das Amt des Bundespräsidenten diskutiert?

Neben Ilse Aigner werden unter anderem der CDU‑Politiker Boris Rhein und die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner als mögliche Nachfolger von Steinmeier genannt.

Die CDU hat bislang keinen offiziellen Favoriten benannt, aber Namen wie der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (54) und die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53) tauchen immer wieder in den Medien auf. Beide gelten als erfahrene Politiker mit breitem Netzwerk im Bundesrat und Bundestag.

Einige Kommentatoren weisen zudem darauf hin, dass ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio ebenfalls im Gespräch waren, wobei ihre Nennungen eher spekulativ blieben.

Was könnte eine Wahl von Ilse Aigner für die deutsche Politik bedeuten?

Würde Ilse Aigner Bundespräsidentin, wäre sie die erste Frau im Amt und könnte das Bild des Staatsoberhauptes in Deutschland nachhaltig verändern.

Eine weibliche Präsidentschaft würde ein starkes Signal für Gleichstellung setzen und könnte das öffentliche Interesse an politischen Ämtern bei Frauen erhöhen. Aigner selbst hat betont, dass sie das Amt als Plattform für gesellschaftlichen Zusammenhalt nutzen wolle.

Gleichzeitig würde die Wahl einer CSU‑Politikerin das Zusammenspiel von bayerischer Landespolitik und Bundesebene verdeutlichen. Beobachter sehen in Aigners möglicher Wahl eine Verstärkung der traditionellen konservativen Werte, kombiniert mit dem Wunsch der SPD nach einer moderaten, überparteilichen Figur.

Langfristig könnte Aigners Präsidentschaft das Verhältnis zwischen Bundespräsident und Regierungschef neu justieren, insbesondere wenn sie enge Kontakte zu Ministerpräsidenten aus den Ländern pflegt, die ihr in ihrer Rolle als „Brückenbauerin“ bereits vertraut sind.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Amtszeit eines Bundespräsidenten?

Die Amtszeit des Bundespräsidenten beträgt fünf Jahre. Eine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit ist möglich, jedoch darf eine Person nicht mehr als zwei Amtszeiten hintereinander dienen.

Wer wählt den Bundespräsidenten in Deutschland?

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die aus allen Bundestagsabgeordneten und einer gleichen Anzahl von Delegierten der 16 Bundesländer besteht. Die Versammlung tritt ausschließlich für die Wahl zusammen.

Warum ist die Kandidatur einer Frau für das Bundespräsidialamt bedeutsam?

Bislang war das Amt des Bundespräsidenten ausschließlich von Männern besetzt. Eine weibliche Präsidentin würde ein starkes Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit setzen und könnte das Rollenbild in der deutschen Politik nachhaltig beeinflussen.

Welche Aufgaben hat der Bundespräsident?

Der Bundespräsident repräsentiert den deutschen Staat nach innen und außen, ernennt und entlässt Bundesminister, schlägt den Bundeskanzler vor und kann Gesetze unterzeichnen oder zurückweisen. Zudem hat er eine moralische Funktion als „Moralinstanz“ des Landes.

Wie hoch ist das aktuelle Unterstützungsniveau für Ilse Aigner in Umfragen?

Konkrete Umfragewerte zur Unterstützung von Ilse Aigner liegen bislang nicht vor. Die öffentliche Diskussion konzentriert sich bislang auf die parteipolitischen Stellungnahmen von CSU und SPD.

Welche Renovierungsarbeiten stehen im Schloss Bellevue an?

Das Schloss Bellevue wird umfassend saniert, wobei strukturelle Modernisierungen und barrierefreie Umbauten geplant sind. Die Arbeiten sollen mehrere Jahre dauern, weshalb das Gebäude während der Renovierung nicht als Amtssitz genutzt werden kann.

Quellen

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