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Paulaner Schankkellner – Warum das Oktoberfest‑Zelt im September streikte

Am 28. September 2026 legten sieben Schankkellner im Paulaner‑Zelt der Wiesn ihre Arbeit nieder. Der Vorfall löste Kurzarbeit, Solidaritätsaktionen und Medienaufmerksamkeit aus.

Paulaner Schankkellner Streik im Oktoberfest‑Zelt 2026
Paulaner Schankkellner Streik im Oktoberfest‑Zelt 2026 Foto: Scott A. Miller · BY · Openverse

Das Wichtigste in Kürze

Am 28. September 2026 legten sieben Schankkellner im Paulaner‑Festzelt der Münchner Wiesn ihre Arbeit nieder, nachdem ein Streit mit Wirt Lorenz Stiftl ausbrach. Die Kündigung von zwei Kellnern löste eine Solidaritätsaktion aus, bei der weitere Kollegen folgten. Kurzfristig wurden die leeren Schänken von Bedienungen anderer Zelte und drei Helfern aus dem Hacker‑Festzelt besetzt.

Was löste den Streik der Paulaner Schankkellner aus?

Am 28. September 2026 kam es im Paulaner‑Festzelt zu einem Streit zwischen Wirt Lorenz Stiftl und zwei Schankkellnern, woraufhin die beiden ihren Dienst niederlegten.

Der Vorfall ereignete sich im Vorraum einer Kühlung, wo die beiden Schankkellner beim Biertrinken erwischt wurden – ein Verstoß gegen die betriebsinterne Alkoholverbotsregel. Laut einer Sprecherin der Stiftl‑Familie führte das zu einer hitzigen Auseinandersetzung, aus der die beiden Kellner schließlich kündigten.

Die Kündigung löste sofort eine Kettenreaktion aus: Kolleginnen und Kollegen aus dem Paulaner‑Zelt stellten sich solidarisch hinter die beiden und erklärten ebenfalls den Dienst nieder. Der Vorfall wurde zunächst von der Abendzeitung München und der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen.

Wie viele Schankkellner haben letztlich die Arbeit eingestellt?

Insgesamt legten sieben Schankkellner im Paulaner‑Zelt ihre Schicht ab.

Während die ersten beiden Kellner unmittelbar nach dem Streit kündigten, folgten weitere fünf Kollegen innerhalb kurzer Zeit. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass insgesamt sieben Schankkellner ihre Dienstausweise abgaben und das Zelt verlassen haben.

Die Zahl von sieben ist in den Medien als „Hälfte der Schankkellner‑Gruppe“ angegeben, was die Dringlichkeit der Solidaritätsaktion unterstreicht.

Welche unterschiedlichen Erklärungen gibt es für den Konflikt?

Die Wirtsfamilie nennt Alkoholkonsum am Arbeitsplatz, während Bedienungen von einem heftigen Streit mit dem Wirt sprechen.

Laut einer Sprecherin der Stiftl‑Familie sei der Auslöser das unerlaubte Trinken von Bier während der Arbeitszeit, ein klarer Verstoß gegen die internen Vorschriften. Der Wirt habe daraufhin die beiden Schankkellner gerügt und die Kündigung ausgesprochen.

Aus Sicht mehrerer Kellner und anderer Bedienungen war das eigentliche Problem ein eskalierender Streit, bei dem der Wirt lautstark reagierte. Diese Darstellung finde sich in den Berichten der Abendzeitung und der Süddeutschen Zeitung.

Wie wurden die leeren Schänken kurzfristig besetzt?

Bedienungen aus anderen Zelten und drei Helfer des Hacker‑Festzelts zapften während des Streiks das Bier.

Um den Service für die Besucher aufrechtzuerhalten, griffen Kolleginnen aus benachbarten Zelten ein. Sie übernahmen das Zapfen, obwohl sie normalerweise nicht für die Schankkellner‑Aufgaben ausgebildet sind.

Der Hacker‑Wirt Thomas Roiderer aus dem gleichnamigen Festzelt schickte drei Helfer – Conni Schmideder, David Ternes und Sepp Herrnberger – ins Paulaner‑Zelt. Roiderer selbst sprang zudem an den Zapfhahn, um die Engpässe zu überbrücken.

Welche Auswirkungen hatte der Streik auf die Wiesn‑Besucher?

Kurzzeitig kam es zu Engpässen an Bier, die jedoch dank Einsatz von Ersatzpersonal kaum spürbar waren.

Während des Streiks standen einige Schänke leer, was zu kurzen Wartezeiten an den Zapfhähnen führte. Die Besucher bemerkten jedoch meist nur einen leichten Anstieg der Wartezeit, weil die Ersatzkräfte schnell reagierten.

Die t‑online‑Redaktion berichtet, dass das Paulaner‑Zelt trotz des Vorfalls weiterbetrieblich blieb und keine größeren Störungen im gesamten Festablauf auftraten.

Wie reagierte die Wirtsfamilie Stiftl öffentlich auf die Vorwürfe?

Die Familie betonte, dass die Kündigungen aus einem Verstoß gegen das Alkoholverbot resultierten und hielt die Streik‑Berichte für übertrieben.

In einer Stellungnahme erklärte die Sprecherin, dass die beiden Schankkellner beim Biertrinken erwischt wurden und dass die Entscheidung, sie zu entlassen, im Einklang mit den betrieblichen Regeln stehe. Sie wies die Berichte über einen „flächendeckenden Streik“ zurück.

Gleichzeitig betonte die Familie, dass die Unterstützung durch andere Wirtshäuser ein Zeichen von Zusammenhalt sei und dass das Paulaner‑Zelt trotz des Vorfalls weiterhin qualitativ hochwertigen Service biete.

Welchen Stellenwert hat der Vorfall im historischen Kontext von Oktoberfest‑Streiks?

Der Streik ist das bislang größte Personalproblem im Paulaner‑Zelt seit dessen Neuaufnahme im Jahr 2026.

Frühere Arbeitskonflikte auf der Wiesn beschränkten sich meist auf einzelne Kellner oder kurze Schichtabbrüche. Der Ausfall von sieben Schankkellnern gleichzeitig ist damit ein Ausreißer, der in den Medien viel Aufmerksamkeit erregte.

Analysten sehen den Vorfall als Hinweis darauf, dass die Arbeitsbedingungen im Festzelt‑Betrieb stärker reguliert werden könnten, um ähnliche Eskalationen künftig zu vermeiden.

Häufige Fragen

Warum ist Alkoholkonsum für Schankkellner im Paulaner‑Zelt verboten?

Schankkellner dürfen während ihrer Schicht kein Bier trinken, weil sie das Getränk direkt aus den Zapfanlagen zapfen und damit das Risiko einer Beeinträchtigung ihrer Arbeitsfähigkeit steigt. Der Verstoß gilt als schwerwiegender Regelbruch und kann zur fristlosen Kündigung führen, wie im Fall von Lorenz Stiftl demonstriert.

Was bedeutet ein Streik von Schankkellnern für das Bierangebot auf der Wiesn?

Wenn Schankkellner streiken, bleiben die Zapfanlagen zunächst unbesetzt, weil das Personal normalerweise nicht für das Zapfen geschult ist. Ersatzkräfte aus anderen Zelten oder freiwillige Helfer übernehmen kurzfristig das Zapfen, wodurch die Versorgung meist aufrechterhalten, aber Wartezeiten verlängert werden.

Wie häufig kam es in den letzten Jahren zu Arbeitskonflikten auf der Theresienwiese?

Arbeitskonflikte auf der Wiesn sind selten. Die meisten Vorfälle beschränken sich auf einzelne Kündigungen oder kurzfristige Personalengpässe. Der Streik von sieben Schankkellnern im Paulaner‑Zelt 2026 ist damit einer der größten dokumentierten Fälle seit den 1990er‑Jahren.

Welche rechtlichen Konsequenzen können Arbeitgeber bei ungerechtfertigten Kündigungen von Schankkellnern erwarten?

Betroffene Arbeitnehmer können vor dem Arbeitsgericht Klage erheben. Bei einer unrechtmäßigen Kündigung kann das Gericht den Arbeitgeber zur Wiedereinstellung oder zu einer Abfindung verurteilen. Zusätzlich können Geldstrafen drohen, wenn betriebliche Vorschriften nicht korrekt angewendet werden.

Wie können Besucher während eines Streiks im Zelt ihr Bier erhalten?

Besucher können auf benachbarte Zelte ausweichen, in denen das Zapfen weiterhin funktioniert. Oft übernehmen Servicekräfte aus anderen Zelten das Zapfen im betroffenen Zelt, sodass das Bier vor Ort nach wie vor erhältlich ist, wenn auch mit längeren Wartezeiten.

Quellen

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