Biontech‑Gründer Ugur Şahin und Özlem Türeci gründen Arife in Mainz
Ugur Şahin und Özlem Türeci, das Gründer‑Duo hinter dem Covid‑19‑Impfstoff, haben in Mainz die europäische Aktiengesellschaft Arife gegründet. Das Unternehmen soll mRNA‑Therapien entwickeln und schafft neue Arbeitsplätze im Wissenschaftsstandort Rheinland‑Pfalz.
Das Wichtigste in Kürze
Die Biontech‑Gründer Ugur Şahin und Özlem Türeci haben in Mainz die SE Arife gegründet. Das Unternehmen soll mRNA‑Therapien entwickeln, hat ein Grundkapital von 120 000 Euro und plant, Ende 2026 aus ihren Führungsrollen bei Biontech auszusteigen.
Was ist das neue Unternehmen der Biontech‑Gründer?
Arife ist eine europäische Aktiengesellschaft (SE) mit Sitz in Mainz, gegründet von Ugur Şahin und Özlem Türeci.
Die Handelsregistereintragung vom 1. September nennt Arife als SE mit Grundkapital von 120 000 Euro. Die Geschäftsadresse lautet Philipp‑von‑Zabern‑Platz 1, ebenfalls Standort von Biontech. Der Name stammt aus dem Türkischen und bedeutet „die Wissende“, ein Hinweis auf die wissenschaftliche Ausrichtung des Vorhabens.
Nach Angaben des Handelsblatts soll das Unternehmen im niedrigen dreistelligen Bereich Beschäftigter arbeiten. Die Gründer haben bereits im März angekündigt, dass sie bis Ende 2026 ihre Leitungsfunktionen bei Biontech abgeben und sich mit Arife stärker auf Forschung und Innovation konzentrieren wollen.
Wie positioniert sich Arife im mRNA‑Therapiefeld?
Das Unternehmen will neue mRNA‑Therapien entwickeln, herstellen und vermarkten, insbesondere zur Krebsbekämpfung.
Arife plant, die mRNA‑Technologie, die bereits im Covid‑19‑Impfstoff von Biontech und Pfizer erfolgreich eingesetzt wurde, für therapeutische Anwendungen zu nutzen. Ziel ist es, körpereigene Zellen dazu zu bringen, temporär antitumorale Proteine zu produzieren und so das Immunsystem zu aktivieren.
Die Gründer betonen, dass die mRNA‑Plattform nicht nur für Infektionskrankheiten, sondern auch für personalisierte Krebstherapien geeignet ist. Durch eigene Produktionskapazitäten will Arife die Lieferkette kontrollieren und die Markteinführung beschleunigen.
Welches Personal‑ und Finanzvolumen plant Arife?
Arife strebt eine Belegschaft im niedrigen dreistelligen Bereich an und verfügt über ein Grundkapital von 120 000 Euro.
Der Finanzvorstand Michael Maximilian Kring, ehemaliger CFO von Biontech (2009‑2014) und derzeitiger Finanzchef von Cellbrick Therapeutics, übernimmt die Finanzleitung bei Arife. Sein Hintergrund soll die Kapitalbeschaffung und das Controlling in der frühen Wachstumsphase sichern.
Die geplante Mitarbeiterzahl von etwa 100‑200 Fachkräften umfasst Wissenschaftler, klinische Projektmanager und Produktionsspezialisten. Durch die Nähe zum bestehenden Biontech‑Campus sollen Synergien bei Infrastruktur und Fachwissen entstehen.
Welche Verbindung bleibt zwischen Biontech und Arife bestehen?
Biontech erhält eine Minderheitsbeteiligung und überträgt relevante Rechte und Technologien an Arife.
Laut Bild‑Report wird Biontech als Minderheitsaktionär an Arife beteiligt sein. Im Gegenzug stellt das etablierte Unternehmen Patente, Plattform‑Know‑how und Produktionsverfahren zur Verfügung, die für die Entwicklung neuer mRNA‑Therapien notwendig sind.
Die Partnerschaft soll beiden Seiten Vorteile bringen: Biontech kann von den Forschungsergebnissen profitieren, während Arife von etablierten Lieferketten und regulatorischen Erfahrungen profitiert.
Warum treten Şahin und Türeci bis Ende 2026 von Biontech zurück?
Sie wollen sich wieder voll auf die Forschung zu mRNA‑Therapien konzentrieren und ihr unternehmerisches Know‑how neu einsetzen.
In einem Interview mit dem BILD erklärten die Gründer, dass ihre „Superpower“ in Innovation und unkonventionellem Unternehmertum liege. Der Schritt zurück aus der operativen Leitung bei Biontech ermöglicht es ihnen, Ressourcen gezielt in die Erforschung neuer Therapien zu stecken.
Der geplante Rückzug bis Ende 2026 gibt ihnen Zeit, das neue Unternehmen aufzubauen, während Biontech weiterhin von ihrer Technologie profitiert. Der Übergang soll ohne Unterbrechung der laufenden Projekte erfolgen.
Welche Bedeutung hat die Gründung für die deutsche Biotech‑Landschaft?
Arife stärkt Mainz als Biotech‑Standort und schafft neue Arbeitsplätze im wachsenden mRNA‑Sektor.
Mainz hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum für biomedizinische Forschung entwickelt. Die Gründung von Arife ergänzt das bestehende Ökosystem aus Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen und erhöht die Attraktivität für Fachkräfte aus dem In‑ und Ausland.
Durch die Schaffung von bis zu zweihundert hochqualifizierten Stellen leistet Arife einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Gleichzeitig erhöht die zusätzliche Konkurrenz im mRNA‑Markt die Innovationsgeschwindigkeit, was langfristig auch für Patienten in Deutschland und Europa von Nutzen sein dürfte.
Häufige Fragen
Wer sind die Gründer von Arife?
Die Gründer von Arife sind Ugur Şahin und Özlem Türeci, die 2008 das Biotech‑Unternehmen Biontech gegründet haben und durch den Covid‑19‑Impfstoff weltweite Bekanntheit erlangten.
Wann planen Şahin und Türeci ihre Führungsrollen bei Biontech abzugeben?
Die beiden Unternehmer haben angekündigt, ihre Leitungsfunktionen bei Biontech spätestens zum Jahresende 2026 zu übergeben, um sich vollständig dem neuen Unternehmen zu widmen.
Wie hoch ist das Grundkapital von Arife?
Arife ist mit einem Grundkapital von 120 000 Euro im deutschen Unternehmensregister eingetragen.
Welche Ziele verfolgt das Unternehmen im Bereich mRNA‑Therapien?
Arife will mRNA‑basierte Medikamente entwickeln, produzieren und vermarkten, wobei der Fokus zunächst auf personalisierten Krebstherapien liegt, die das Immunsystem zur Erkennung und Zerstörung von Tumorzellen anregen.
Wo befindet sich der Sitz von Arife?
Der Hauptsitz von Arife befindet sich in Mainz, genauer am Philipp‑von‑Zabern‑Platz 1, dem gleichen Standort wie das frühere Biontech‑Headquarter.