Neumeldung

Was Deutschland gerade sucht, sachlich erklärt

Technik & Digital

InnoTrans 2026 – Wie digitale Technologien die Bahn zuverlässiger machen

Die Fachmesse InnoTrans in Berlin zeigt, wie digitale Daten, KI‑gestützte Tools und autonome Zugtechnologien die deutschen Bahnnetze zukunftsfähig machen.

InnoTrans 2026 – Vossloh demonstriert digitale Gleisüberwachung und KI‑Avatar
InnoTrans 2026 – Vossloh demonstriert digitale Gleisüberwachung und KI‑Avatar Foto: Joachim Lutz · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Das Wichtigste in Kürze

Auf der InnoTrans 2026 stellte Vossloh die Software TrackStability vor, die kritische Temperatur‑ und Geschwindigkeitsgrenzen für einzelne Gleisabschnitte berechnet. Gleichzeitig präsentierte das DLR Forschung zu autonomen Zügen, die mithilfe von Sensoren und KI die Umgebung im regulären Bahnnetz sicher erfassen können.

InnoTrans 2026: Warum digitale Lösungen für die Bahn jetzt entscheidend sind

Die steigende Belastung der Schienennetze und die Folgen des Klimawandels machen digitale Assistenzsysteme unverzichtbar.

Der jährliche Messestandort Berlin wird 2026 zum Schaufenster für Technologien, die den Bahnverkehr resilienter gestalten. Mehr als 200 Aussteller demonstrieren, wie Datenanalyse, Echtzeit‑Monitoring und künstliche Intelligenz konkrete Risiken im Bahnbetrieb reduzieren können.

Durch die Kombination von Wetterprognosen, Fahrplandaten und Zustandsinformationen lassen sich Engpässe frühzeitig erkennen. Betreiber können dann gezielte Gegenmaßnahmen einleiten, bevor es zu Verspätungen oder Ausfällen kommt.

InnoTrans: Vossloh demonstriert mit TrackStability die digitale Gleisüberwachung

TrackStability berechnet für jedes Gleissegment kritische Temperatur‑ und Geschwindigkeitswerte, um Verformungsrisiken zu minimieren.

Auf dem Stand von Vossloh in Halle 26 wird die neue Software TrackStability vorgestellt. Sie wertet aktuelle Wetterdaten und historische Belastungsprofile aus, um Schwellenwerte zu bestimmen, bei denen Gleise bei Hitze seitlich ausweichen könnten.

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Schuster erklärt, dass das System es ermöglicht, potenzielle Verwerfungen bereits Tage im Voraus zu identifizieren. So können Streckenmanager gezielt Tempolimits anpassen oder präventive Instandhaltungsmaßnahmen planen.

InnoTrans: KI‑Avatar von Vossloh verbindet Geschichte mit digitaler Zukunft

Ein KI‑gestützter Avatar des Firmengründers beantwortet Besucherfragen zu digitalen Schienenlösungen.

Am Messestand von Vossloh steht ein virtueller Avatar, der den Gründer Eduard Vossloh (1848‑1899) simuliert. Besucher können über Sprach‑ oder Texteingabe Fragen zu Produkten, Wartungsstrategien oder der Unternehmensgeschichte stellen.

Der Avatar nutzt natürliche Sprachverarbeitung, um technische Details verständlich zu erklären. Damit wird ein Brückenschlag zwischen über 140 Jahren Erfahrung und den modernen Anforderungen an Datenintegration geschaffen.

InnoTrans: Vosslohs Plattform Vossloh connect vernetzt Nah‑ und Fernverkehr

Vossloh connect bündelt digitale Services für Stadtbahnen, Hochgeschwindigkeitsstrecken und Schwerlastverkehr auf einer einheitlichen Plattform.

Die Plattform ermöglicht die zentrale Erfassung von Sensordaten aus Weichen, Schwellen und Fahrleitungen. Betreiber erhalten über ein Dashboard Echtzeit‑Einblicke in den Zustand der Infrastruktur und können Wartungsaufträge automatisiert auslösen.

Durch die modulare Architektur lässt sich Vossloh connect sowohl in bestehenden Netzen als auch in Neubauprojekten integrieren. Das Versprechen lautet, vorhandene Strecken intelligenter und damit leistungsfähiger zu machen, ohne massive Neuinvestitionen.

InnoTrans: DLR präsentiert Forschung zu autonomen Zügen im regulären Schienennetz

Das DLR entwickelt multisensorische Systeme und KI‑Algorithmen, die autonome Züge sicher im offenen Netz steuern.

Im RailSET‑Labor des DLR wird getestet, wie Kameras, Lidar und Radarsensoren zusammenarbeiten, um Hindernisse wie Personen, umgestürzte Bäume oder liegengebliebene Fahrzeuge zu erkennen. Die Daten fließen in Echtzeit‑Entscheidungsmodelle, die Brems- und Ausweichmanöver auslösen.

Prof. Gert Bikker betont, dass die größte Herausforderung die Vielfalt des regulären Netzes sei: Unterschiedliche Zugtypen, Bahnübergänge und offene Gleise erfordern ein hohes Maß an Situationsbewusstsein. Die Forschung zielt darauf ab, diese Komplexität durch robuste KI‑Modelle zu meistern.

InnoTrans: Welche Folgen haben digitale und autonome Technologien für die deutsche Bahn?

Digitale Überwachung, vorausschauende Wartung und autonome Fahrfunktionen können den Fachkräftemangel mildern und die Netzverfügbarkeit erhöhen.

Durch vorausschauende Analysen lassen sich Instandhaltungsarbeiten gezielt planen, was Stillstandszeiten reduziert. Gleichzeitig können automatisierte Züge in weniger stark frequentierten Nebenstrecken eingesetzt werden, wo herkömmliche Personalbesetzung wirtschaftlich nicht rentabel ist.

Langfristig könnte die Kombination aus KI‑gestützter Risikoabschätzung und autonomen Betriebsmodi die Attraktivität des Schienenverkehrs steigern, weil Verspätungen sinken und die Betriebssicherheit steigt. Für die Deutsche Bahn bedeutet das potenziell geringere Kosten für Personal und Infrastruktur sowie neue Geschäftsmodelle im Bereich digitaler Services.

Häufige Fragen

Was genau macht die Software TrackStability?

TrackStability analysiert Wetterdaten und Gleisbelastungen, um für jedes Gleissegment kritische Temperatur‑ und Geschwindigkeitsgrenzen zu berechnen. So können Betreiber frühzeitig erkennen, wann Hitze zu seitlichen Verformungen führen könnte, und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Wie unterstützt der KI‑Avatar von Vossloh Besucher auf der InnoTrans?

Der Avatar simuliert den Firmengründer Eduard Vossloh und beantwortet Fragen zu Produkten, Wartungsstrategien und Unternehmensgeschichte mittels natürlicher Sprachverarbeitung. Er verbindet historische Informationen mit aktuellen digitalen Lösungen und schafft so ein interaktives Informationsangebot.

Welche Rolle spielt das DLR bei der Entwicklung autonomer Züge?

Das DLR erforscht im RailSET‑Labor multisensorische Systeme, die Umgebung von Zügen kontinuierlich erfassen. KI‑Algorithmen verarbeiten diese Daten, um Hindernisse zu erkennen und sichere Fahrentscheidungen zu treffen. Ziel ist, autonome Züge im offenen, gemischten Schienennetz zuverlässig zu betreiben.

Wie kann Vossloh connect die Instandhaltung von Schienen vereinfachen?

Vossloh connect sammelt Sensordaten von Weichen, Schwellen und Fahrleitungen in einer zentralen Cloud. Betreiber erhalten über ein Dashboard Echtzeit‑Einblicke in den Zustand der Infrastruktur und können Wartungsaufträge automatisiert auslösen, wodurch Stillstandszeiten verkürzt werden.

Welche Vorteile erwarten sich deutsche Bahnunternehmen von digitalen Lösungen?

Digitale Lösungen ermöglichen vorausschauende Wartung, reduzieren ungeplante Ausfälle und unterstützen den Einsatz autonomer Züge in dünn besetzten Strecken. Das kann den Fachkräftemangel abmildern, Kosten senken und die Kundenzufriedenheit durch pünktlichere Verbindungen erhöhen.

Wann findet die InnoTrans 2026 statt und wo?

Die InnoTrans 2026 läuft vom 22. bis 25. September im Messegelände Berlin. Vossloh ist in Halle 26, Stand 975 vertreten, während zahlreiche weitere Unternehmen ihre neuesten Technologien für die Schienenindustrie präsentieren.

Quellen

Kommentare

Kommentare werden geladen …

Ihr Kommentar erscheint, sobald die Redaktion ihn geprüft hat.

Mit dem Absenden wird der Kommentar gespeichert. Es werden keine Cookies gesetzt, die IP-Adresse wird nur als nicht rückrechenbarer Hash zum Schutz vor Spam abgelegt. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.