Neumeldung

Was Deutschland gerade sucht, sachlich erklärt

Technik & Digital

clearbee – Die fliegende Fensterputzdrohne im Test der Höhle der Löwen

Das Berliner Startup clearbee präsentierte am 21. September 2026 seine Drohne zur automatisierten Fensterreinigung in der TV‑Show ‚Die Höhle der Löwen‘. Der Pitch löste kontroverse Reaktionen aus – wir erklären, was das Produkt kann, wie es bepreist ist und warum die Investoren Bedenken hatten.

clearbee Fensterputz-Drohne im Einsatz
clearbee Fensterputz-Drohne im Einsatz Foto: Shixart1985 · BY · Openverse

Das Wichtigste in Kürze

clearbee ist ein Berliner Startup, das am 21. September 2026 in ‚Die Höhle der Löwen‘ eine Drohne zur autonomen Fensterreinigung vorstellte. Das System kostet ab 249 € für den Adapter, 549 € für das Komplettpaket, und die Investoren lehnten das Angebot von 300.000 € für 10 % Unternehmensanteile ab.

Was ist clearbee und welche Idee steckt hinter der Fensterputzdrohne?

clearbee entwickelt ein System, das handelsübliche Drohnen mit einem Reinigungsadapter und einer Ladestation kombiniert, um Fenster autonom zu säubern.

Die Gründer Ronald Lilleg‑Staudenherz, Naveen Rajan, Hammad, Dipankar und Sven kamen 2024 zusammen, nachdem eine persönliche Frage nach einer schmutzfreien Wohnung die Idee auslöste. Sie hatten bereits Saug‑ und Wischroboter für den Boden gebaut, sahen jedoch keine praktikable Lösung für die Fenster, weil bestehende Roboter von Hand von Fenster zu Fenster getragen werden müssten.

Aus dieser Lücke entstand das Konzept einer fliegenden Reinigungslösung. Die Gründer bezeichneten das Projekt als „Haushaltsdrohne“, weil es die Grenzen traditioneller Boden‑Roboter überschreitet. Ziel ist ein „Zero‑Effort“-Ansatz, bei dem der Nutzer lediglich die Drohne starten muss, ohne weitere Handgriffe.

Wie funktioniert das clearbee‑System technisch?

Das System besteht aus einem Adapter, der an eine Mini‑ oder Lito‑Drohne montiert wird, einer Ladestation mit Reinigungsmittel und einer Software für autonome Flugbahnen.

Der Adapter wiegt weniger als 300 Gramm und lässt sich in wenigen Sekunden an einer handelsüblichen Consumer‑Drohne befestigen. Er enthält ein rotierendes Reinigungselement, das bei Kontakt mit dem Glas eine dünne Schicht osmotischen Spezialwassers verteilt – ein Verfahren, das ohne Seife auskommt.

Die Ladestation versorgt die Drohne nicht nur mit Strom, sondern füllt gleichzeitig das interne Reservoir mit dem Spezialwasser. Über eine App kann der Nutzer Flugrouten programmieren, die Drohne per Sprachbefehl starten und den Reinigungszyklus überwachen.

Für Kunden, die bereits eine kompatible Drohne besitzen, bietet clearbee einen Upgrade‑Preis von 299 € an. Wer von Grund auf neu einsteigt, kann ein komplettes Set inklusive Drohne für 399 € erwerben.

Welche Preisstruktur bietet clearbee für Endverbraucher?

Der Adapter kostet 249 €, das Komplettpaket mit Ladestation 549 €, während ein kompletter Drohnen‑Starter für 399 € angeboten wird.

Die Grundkomponente – der Reinigungsadapter – wird für 249 € verkauft. Er ist mit den gängigen Mini‑ und Lito‑Drohnen kompatibel und enthält das notwendige Reinigungselement.

Kunden, die das System komplett aus einer Hand beziehen wollen, können das Komplettpaket inklusive Ladestation für 549 € erwerben. Die Station liefert Strom, reinigt das Wasser‑Reservoir und speichert Ersatz‑Tücher, die im Nachkauf als wiederkehrende Einnahmequelle dienen.

Ein optionales Upgrade für die vollautonome Landestation kostet weitere 249 €. Damit kann die Drohne eigenständig von Fenster zu Fenster fliegen, ohne dass der Nutzer jedes Mal eingreifen muss.

Wie reagierten die Investoren in ‚Die Höhle der Löwen‘?

Die Löwen lehnten das Angebot von 300.000 € für 10 % Unternehmensanteile ab und kritisierten die unzureichende Reinigungsleistung und fehlende Demonstration von Reinigungsmitteln.

Die Gründer baten um 300.000 € für zehn Prozent der Anteile. Judith Williams bezeichnete das Konzept als „verschwendetes Geld“ und stellte die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsmodells infrage. Ralf Dümmel bemerkte, dass die Drohne das Glas nur streiche, nicht richtig wische, und wies auf die fehlende Reinigungskraft hin.

Janna Ensthaler äußerte Zweifel, weil die Drohne keine eigenen Reinigungsmittel in der Station hatte. Die Präsentation zeigte, dass die Sprachbefehle nicht zuverlässig funktionierten und das Reinigungselement beim ersten Kontakt mit dem Glas kaum Druck ausübte.

Trotz der Kritik betonten die Gründer, dass das Produkt noch in der Prototyp‑Phase sei und weitere Tests geplant seien. Die Investoren entschieden sich jedoch, kein Geld zu investieren.

Welches Marktpotenzial sieht clearbee im Bereich Haushaltsdrohnen?

clearbee willigt in die noch kaum besetzte Nische der fliegenden Haushaltsroboter ein, die laut Gründern ein Multi‑Milliarden‑Dollar‑Segment in der Robotik erschließen könnte.

Der globale Markt für Haushaltsrobotik wird derzeit von Boden‑Robotern wie Saug‑ und Rasenmäher‑Modellen dominiert. clearbee positioniert sich als erste Marke, die das Fliegen in den Haushalt integriert, und nennt das Potenzial „Multi‑Milliarden‑Dollar“.

Durch das modulare System kann das Unternehmen nicht nur den Adapter verkaufen, sondern auch wiederkehrende Umsätze über das Refill‑System für das osmotische Wasser und die Ersatz‑Tücher generieren. Dieser Ansatz soll die Marge über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg erhöhen.

Analysten sehen die größte Herausforderung in der Akzeptanz von Drohnen im Innenbereich. Sicherheit, Lärmbelästigung und regulatorische Vorgaben könnten das Wachstum bremsen, doch die Gründer setzen auf die steigende Verbreitung von Consumer‑Drohnen als Basis.

Welche Risiken und nächsten Schritte stehen dem Unternehmen bevor?

Das Startup muss die technische Zuverlässigkeit verbessern, ein eigenes Drohnenmodell entwickeln und weitere Finanzierungsrunden sichern, um die Marktreife zu erreichen.

Die aktuelle Kritik an der Reinigungsleistung macht deutlich, dass die Flug‑ und Reinigungstechnik weiter optimiert werden muss. Ein stärkeres Reinigungselement, bessere Sensorik und eine robustere Sprachsteuerung stehen laut den Gründern ganz oben auf der Agenda.

Ein eigenständiges Drohnenmodell, das bereits ab Werk mit dem Adapter ausgestattet ist, könnte die Abhängigkeit von Drittgeräten reduzieren und die Preisstruktur vereinfachen. Dafür plant clearbee, im nächsten Quartal einen Prototypen zu testen.

Finanziell ist das Unternehmen nach dem abgelehnten Pitch auf Eigenkapital und mögliche Business‑Angel‑Investoren angewiesen. Ein zweiter Pitch bei einem anderen Investorennetzwerk ist bereits in Vorbereitung.

Häufige Fragen

Wie lange hält der Akku der clearbee‑Drohne?

Der Akku ermöglicht laut Hersteller etwa 40 Minuten Flugzeit pro Ladung. In dieser Zeit kann die Drohne mehrere Fenster anfliegen, bevor sie zur Ladestation zurückkehrt.

Benötige ich eine spezielle Drohne, um clearbee zu nutzen?

clearbee ist mit gängigen Mini‑ und Lito‑Consumer‑Drohnen kompatibel. Nutzer können ihre vorhandene Drohne für 299 € aufrüsten oder ein Komplett‑Starter‑Set für 399 € kaufen, das bereits eine passende Drohne enthält.

Ist das Reinigungssystem umweltfreundlich?

Ja. Das System verwendet ein seifenfreies, osmotisches Spezialwasser, das nahezu ohne Chemikalien auskommt. Das Wasser wird in nachfüllbaren Behältern bereitgestellt, was Abfall reduziert.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es beim Fliegen in Innenräumen?

clearbee integriert Hinderniserkennung und Not‑Landungs‑Protokolle. Die Drohne stoppt automatisch, wenn sie ein Objekt erkennt, das nicht im Flugplan steht, und kehrt im Notfall zur Ladestation zurück.

Wie wird das Produkt nach dem Kauf gewartet?

Der Adapter und die Ladestation sind modular aufgebaut. Nutzer können Verschleißteile wie die Reinigungsrolle oder das Tuch selbst austauschen. Das Refill‑System liefert das Spezialwasser per Nachbestellung.

Quellen

Kommentare

Kommentare werden geladen …

Ihr Kommentar erscheint, sobald die Redaktion ihn geprüft hat.

Mit dem Absenden wird der Kommentar gespeichert. Es werden keine Cookies gesetzt, die IP-Adresse wird nur als nicht rückrechenbarer Hash zum Schutz vor Spam abgelegt. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.