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Rhein bei Rees: Britischer Schwimmpanzer im Fluss entdeckt

Im Rhein bei Rees tauchte ein Teil eines britischen Schwimmpanzers aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Vier Freiwillige versuchten, das Relikt zu bergen, mussten den Versuch jedoch abbrechen.

Rhein bei Rees: Teil eines britischen Schwimmpanzers im Fluss
Rhein bei Rees: Teil eines britischen Schwimmpanzers im Fluss Foto: Grendelkhan · BY-SA · Openverse

Das Wichtigste in Kürze

Im Rhein bei Rees ist ein Teil eines britischen Schwimmpanzers vom Typ Sherman DD aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar geworden. Vier Helfer versuchten am Samstag, das 6 m² große Stahlstück mit einem kleinen Bagger zu bergen, mussten den Versuch nach dreieinhalb Stunden abbrechen. Das Relikt erinnert an den Niederrhein‑D‑Day von März 1945.

Welches historische Relikt wurde im Rhein bei Rees entdeckt?

Ein Teil eines britischen Schwimmpanzers vom Typ Sherman DD, der 1945 im Rhein versank, ist im Fluss bei Rees sichtbar geworden.

Der Fund stammt von Guido Krebber, einem Hobby‑Fossiliensammler, der beim Suchen nach alten Muscheln plötzlich Metallteile aus dem Wasser ragend bemerkte. Er kontaktierte sofort das örtliche Museum und informierte die lokalen Geschichtsinteressierten.

Michael Scholten vom Historischen Verein Rees identifizierte das Wrack als Überbleibsel eines amphibischen Panzers, der von britischen Truppen im März 1945 eingesetzt wurde. Seine Erfahrung aus der Forschung über die letzten Kriegstage half, das Teil eindeutig einzuordnen.

Die sichtbare Struktur umfasst etwa sechs Quadratmeter Stahl, die vermutlich zur Karosserie des Turms gehörten. Neben der Hauptplatte konnten kleinere Bauteile wie Schrauben, Gummidichtungen und ein Zahnradkranz gesichert werden.

Wie verlief die Bergungsaktion am Rhein bei Rees?

Vier Helfer setzten einen kleinen Bagger ein, um die Stahlplatte aus dem Fluss zu heben, mussten den Versuch nach dreieinhalb Stunden abbrechen.

Um 9.30 Uhr startete die Aktion am rechten Ufer des Rhein bei Rees. Klaus Novak fuhr mit einem kompakten Bagger an die Stelle, an der nur noch zwei kleine Stahlstücke aus dem Wasser ragten, und begann, den Kies abzuschaufeln.

"Wir machen jetzt die kleine Schaufel dran, weil da den Kies runternehmen müssen", erklärte Novak, während er das Gerät vorsichtig unter die Metallteile führte. Trotz mehrmaliger Versuche, das schwere Stück mit einem Stahlseil zu ziehen, blieb es im schlammigen Flussbett stecken.

Nach fünf Stunden Arbeit, die in dreißig‑minütige Arbeitsphasen unterteilt war, entschieden die Helfer, den Versuch für den Tag zu beenden. Sie planen, am nächsten Tag mit stärkerer Ausrüstung zurückzukehren, sofern der Wasserstand es zulässt.

Warum war die Bergung des Schwimmpanzers besonders schwierig?

Der schwere Panzerteil lag fest im schlammigen Rheinboden, und das vorhandene Gerät konnte das Gewicht nicht überwinden.

Der Rhein bei Rees führt ein feines, tonhaltiges Sediment, das bei niedrigen Wasserständen stark an Objekten haftet. Das 6 m² große Stahlstück hatte sich über mehrere Tage mit Schlamm verbunden, sodass jede Hebelbewegung nur minimale Fortschritte brachte.

Der eingesetzte Bagger ist für leichtere Erdarbeiten konzipiert und besitzt nicht die notwendige Zugkraft, um ein mehrtonniges Metallobjekt aus einer solchen Tiefe zu lösen. Die Helfer mussten daher immer wieder zurückschalten, um den Kies zu entfernen, bevor sie überhaupt an das eigentliche Panzerteil herankamen.

Zudem verlangten die örtlichen Behörden und der Kampfmittelräumdienst ein grünes Licht, bevor schwere Hebevorrichtungen eingesetzt werden durften. Diese behördlichen Auflagen verzögerten den Einsatz von schwerem Gerät und erhöhten die Komplexität des Vorhabens.

Welchen historischen Hintergrund hat der britische Schwimmpanzer?

Der Sherman‑DD‑Panzer war eine modifizierte Panzer-Version mit aufblasbarer Schwimmkrone, die im März 1945 beim Niederrhein‑D‑Day von den Alliierten eingesetzt wurde.

Die Bezeichnung DD steht für "Duplex Drive", ein System, das einen normalen Shermantank mit einer aufblasbaren Schwimmkrone ausstattete. Damit konnten die Fahrzeuge das Wasser überqueren und gleichzeitig als Panzer im Kampf eingesetzt werden.

Am 23. März 1945 starteten britische Truppen die Operation "Niederrhein‑D‑Day", bei der mehrere DD‑Panzer den Rhein überquerten, um die deutschen Verteidigungslinien zu durchbrechen. Mindestens sieben dieser Panzer gingen nachweislich verloren, weil sie im schlammigen Flussgrund stecken blieben oder von feindlichem Feuer getroffen wurden.

Der gefundene Panzerteil ist ein seltener Zeuge dieser letzten großen Flussüberquerung im Westen des Krieges. Historiker sehen darin ein wichtiges materielles Dokument, das die technische Innovation und die Risiken der amphibischen Panzeroperationen verdeutlicht.

Welche Bedeutung hat das gefundene Relikt für die Region Rees?

Das Wrack verbindet die lokale Geschichte mit dem Zweiten Weltkrieg, fördert das Interesse an militärhistorischen Projekten und kann touristisch genutzt werden.

Der Historische Verein Rees plant, das gefundene Stück in Zusammenarbeit mit dem Museum Emmerich‑Rees auszustellen. Damit soll ein direkter Bezug zwischen der Gegenwart und den Geschehnissen von 1945 geschaffen werden, was insbesondere Schulen und Geschichtsinteressierte anspricht.

Lokale Medien berichten bereits über das Relikt, wodurch das öffentliche Interesse an der Region steigt. Besucher könnten künftig im Rahmen von Führungen das Flussufer besichtigen und dabei mehr über die amphibischen Panzer und die Niederrhein‑Operation erfahren.

Die Helfer, darunter auch der niederländische Tüftler Thijs van Dooren, sehen das Projekt als langfristiges Gemeinschaftsvorhaben. Sie hoffen, dass zukünftige Bergungsversuche nicht nur das Teil sichern, sondern auch weitere, noch verborgene Relikte ans Licht bringen.

Häufige Fragen

Wann wurde das Schwimmpanzer‑Relikt im Rhein bei Rees erstmals sichtbar?

Das Relikt wurde im Frühjahr 2024 von dem Hobby‑Fossiliensammler Guido Krebber entdeckt, als er beim Suchen nach Fossilien im Rhein bei Rees Metallteile aus dem Wasser ragend bemerkte.

Wer hat das Wrackstück des britischen Panzers gefunden?

Der Entdecker war Guido Krebber, ein Amateur‑Naturforscher aus Rees, der das Teil während einer Fossiliensuche identifizierte und anschließend das Historische Vereinsmitglied Michael Scholten um fachliche Einschätzung bat.

Wie groß ist das gefundene Stahlteil des Sherman‑DD‑Panzers?

Die sichtbare Karosseriefläche wird auf etwa sechs Quadratmeter geschätzt, was der Größe einer kleinen Autotür entspricht. Zusätzlich wurden kleinere Bauteile wie Schrauben, Gummidichtungen und ein Zahnradkranz gesichert.

Welche Genehmigungen waren für die Bergungsaktion nötig?

Die Helfer mussten sowohl die Zustimmung des örtlichen Kampfmittelräumdienstes als auch die Erlaubnis der kommunalen Wasserbehörde einholen, bevor sie mit dem Bagger am Flussufer arbeiten durften.

Was planen die Helfer nach dem gescheiterten Versuch?

Sie wollen am nächsten Tag mit einem schwereren Bagger und ggf. einem Zugseil zurückkehren, sofern der Wasserstand niedrig genug bleibt. Ziel ist es, das 6 m² große Stahlstück vollständig zu bergen und für das Museum zu sichern.

Quellen

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