Deisenhofen: Zug mit Pkw kollidiert – Strecke gesperrt
Ein Pkw rammte am Donnerstag um 12.30 Uhr in Deisenhofen einen Regionalzug der Bayerischen Regiobahn. Die Sperrung der Strecke München‑Holzkirchen führte zu umfangreichen Ersatzmaßnahmen.
Das Wichtigste in Kürze
Am Donnerstag kollidierte ein Pkw an einem beschränkten Bahnübergang in Deisenhofen mit einem Regionalzug der Bayerischen Regiobahn. Die Strecke zwischen München und Holzkirchen war bis etwa 16 Uhr gesperrt, Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis wurde eingerichtet.
Wie kam es zum Zusammenstoß in Deisenhofen?
Der Unfall ereignete sich an einem beschränkten Bahnübergang an der Stefanienstraße, als ein 80‑jähriger Fahrer mit seinem Pkw gegen einen von München nach Oberland fahrenden Regionalzug fuhr.
Gegen 12.30 Uhr meldete das Polizeipräsidium München einen Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) an einem beschränkten Bahnübergang in Deisenhofen. Der Übergang liegt an der Stefanienstraße und ist mit Schranken ausgestattet, die an diesem Tag offenbar nicht rechtzeitig geschlossen waren.
Der Zug fuhr von München in Richtung Oberland, als das Fahrzeug die Schranke passierte und mit der Vorderseite des Zuges kollidierte. Die genauen Umstände, warum der Fahrer die Sperrung missachtete, sind bislang nicht geklärt; die Polizei ermittelt weiter.
Welche Personen wurden bei dem Unfall verletzt?
Der 80‑jährige Pkw‑Fahrer und der 42‑jährige Lokführer wurden leicht verletzt, während die Zugpassagiere unverletzt blieben.
Der Fahrer des Pkw, ein 80‑jähriger Mann aus dem Landkreis München, wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Der Lokführer des Regionalzugs, ein 42‑jähriger Mann aus dem Landkreis Miesbach, erlitt ebenfalls leichte Verletzungen.
Von den rund 120 bis 140 Fahrgästen im betroffenen Zug wurden keine weiteren Verletzungen gemeldet. Die Passagiere wurden nach dem Unfall zunächst im Zug zurückgehalten, bevor sie mit Ersatzbussen weiterbefördert wurden.
Welche Auswirkungen hatte der Vorfall auf den Bahnverkehr in Deisenhofen?
Der betroffene Streckenabschnitt zwischen Holzkirchen und Deisenhofen war mehrere Stunden gesperrt, was zu Verspätungen, Zugausfällen und einem umfangreichen Schienenersatzverkehr führte.
Nach dem Zusammenstoß sperrte die Deutsche Bahn den Streckenabschnitt zwischen Holzkirchen und Deisenhofen zunächst bis etwa 16 Uhr. Während dieser Zeit kam es im gesamten Netz Oberland zu erheblichen Verspätungen und ersatzlosen Zugausfällen.
Um die Mobilität der Fahrgäste sicherzustellen, richtete die DB Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Deisenhofen und Holzkirchen ein. Zusätzlich wurden zwischen Deisenhofen und Giesing Großraumtaxis eingesetzt, die die Strecke bis zu den nächsten regulären Haltestellen bedienten.
Die S‑Bahn‑Linie S3, die normalerweise über Deisenhofen verkehrt, fuhr bis 15.55 Uhr nur noch bis Giesing und kehrte dort um. Ab 16.30 Uhr wurde der reguläre S‑Bahn‑Verkehr nach Deisenhofen wieder aufgenommen, jedoch blieb die Strecke nach Holzkirchen gesperrt.
Wie reagierte die Deutsche Bahn auf die Störung?
Die DB stellte Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Deisenhofen und Holzkirchen und mit Großraumtaxis zwischen Deisenhofen und Giesing bereit und informierte Fahrgäste über digitale Kanäle.
Kurz nach Bekanntwerden des Unfalls informierte die DB‑Pressestelle über ihre Website und die App über die aktuelle Lage. Fahrgäste wurden aufgefordert, ihre Verbindungen auf www.s-bahn-muenchen.de oder in der App „München Navigator“ zu prüfen.
Der Ersatzverkehr umfasste Buslinien, die den Streckenabschnitt Deisenhofen‑Holzkirchen abdeckten, sowie Großraumtaxis, die zwischen Deisenhofen und Giesing verkehrten. Diese Maßnahmen sollten die Auswirkungen der Sperrung auf Pendler und Reisende abfedern.
Trotz der schnellen Einrichtung des Ersatzverkehrs wies die DB darauf hin, dass aufgrund eines defekten Stellwerks in Deisenhofen weitere Zugausfälle nicht ausgeschlossen werden können.
Was ist über die Ursache des Unfalls bekannt?
Die Polizei hat bislang keine abschließende Aussage zum Unfallhergang veröffentlicht; ein defektes Stellwerk wird jedoch ebenfalls als möglicher Grund für die anhaltende Sperrung genannt.
Die Ermittlungen der Münchner Polizei laufen noch. Bisher gibt es keine offizielle Erklärung, warum der Pkw die Schranke überfahren hat. Die Polizei sicherte vor Ort Spuren, analysiert jedoch noch, ob technische Fehlfunktionen am Bahnübergang eine Rolle spielten.
Parallel zur Unfalluntersuchung meldete die DB ein defektes Stellwerk in Deisenhofen, das die Freigabe der Strecke weiter verzögern könnte. Ob das Stellwerk mit dem Zusammenstoß zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt.
Bis eine endgültige Ursache ermittelt ist, bleibt die Situation für die Verkehrsteilnehmer unsicher, weshalb die DB weiterhin auf Ersatzverkehre setzt.
Welche Folgen hat der Vorfall für Pendler und Reisende?
Pendler mussten auf Busse, Taxis oder den umgeleiteten S‑Bahn‑Verkehr ausweichen, was zu längeren Reisezeiten und teilweise verpassten Anschlusszügen führte.
Durch die Sperrung der Strecke zwischen Deisenhofen und Holzkirchen entstanden für viele Berufspendler erhebliche Mehrzeiten. Die Busverbindungen fuhren in kürzeren Intervallen, jedoch waren die Kapazitäten begrenzt.
Der eingeschränkte S‑Bahn‑Verkehr führte dazu, dass einige Fahrgäste ihre Anschlusszüge verpassten und auf spätere Verbindungen ausweichen mussten. Die Deutsche Bahn stellte in den betroffenen Stunden zusätzliche Taxis bereit, um die Lücken zu schließen.
Langfristig wird die Situation als Warnsignal für die Notwendigkeit von Modernisierungen an Bahnübergängen und Stellwerken gesehen, um ähnliche Störungen künftig zu vermeiden.
Wie kann man künftig über Störungen im Münchner Verkehrsnetz informiert bleiben?
Aktuelle Infos zu Fahrplanänderungen gibt es auf der S‑Bahn‑München‑Webseite, in der App „München Navigator“ und über die DB‑Info‑App.
Die S‑Bahn‑München‑Webseite bietet ein Live‑Dashboard, das aktuelle Störungen, Verspätungen und Ersatzverkehre anzeigt. Nutzer können dort gezielt nach ihrer Strecke suchen.
Die App „München Navigator“ liefert Push‑Benachrichtigungen zu geplanten und ungeplanten Fahrplanänderungen. Die App integriert Daten von S‑Bahn, U‑Bahn und Regionalzügen.
Zusätzlich können Fahrgäste die offizielle DB‑Info‑App nutzen, die neben Echtzeitinformationen auch alternative Routen vorschlägt und Ticketinformationen bereitstellt.
Häufige Fragen
Was genau ist ein beschränkter Bahnübergang?
Ein beschränkter Bahnübergang ist mit Schranken, Lichtzeichen und akustischen Signalen ausgestattet, die den Straßenverkehr bei Annäherung eines Zuges automatisch sperren. Befindet sich ein Fahrzeug im Sperrbereich, muss es anhalten, bis die Signale wieder freigegeben werden.
Wie lange dauerte die Sperrung der Strecke zwischen Deisenhofen und Holzkirchen?
Die Sperrung begann gegen 12.30 Uhr und wurde nach Angaben der Polizei etwa um 16.00 Uhr aufgehoben. Während dieser Zeit fuhren keine regulären Züge mehr zwischen den beiden Orten.
Welche Alternativverbindungen wurden nach dem Unfall angeboten?
Die Deutsche Bahn richtete Ersatzbusse zwischen Deisenhofen und Holzkirchen ein und stellte Großraumtaxis zwischen Deisenhofen und Giesing bereit. Zusätzlich wurden Informationen über die S‑Bahn‑App und die DB‑Website verbreitet.
Wie hoch war die Zahl der Fahrgäste im betroffenen Zug?
Nach ersten Angaben befanden sich zwischen 120 und 140 Fahrgäste im Regionalzug, als der Zusammenstoß mit dem Pkw stattfand.
Wer ist für die Sicherheit an Bahnübergängen in Bayern zuständig?
Die Verantwortung liegt bei den jeweiligen Eisenbahnunternehmen, in diesem Fall der Bayerischen Regiobahn, sowie bei den Landesbehörden, die die technische Ausstattung und Wartung der Bahnübergänge überwachen.
Quellen
- Deisenhofen: Pkw kollidiert mit Regionalbahn – Strecke drei Stunden gesperrt (Süddeutsche Zeitung)
- Zug kollidiert mit Pkw: S-Bahn-Strecke nach Holzkirchen seit drei Stunden gesperrt - Einsatz läuft (Münchner Merkur)
- Zug stößt mit Pkw zusammen: Einschränkungen bei der S3 (Abendzeitung München)