Anschlag in Nordrhein‑Westfalen: Drei Festnahmen und Terrorverdacht
Am Donnerstagabend wurden in Hagen und Unna drei Männer festgenommen, weil die Behörden einen möglichen Anschlag mit Waffen vermuten. Das SEK sprengte eine Wohnungstür, Durchsuchungen ergaben Waffen und digitale Daten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Polizei hat am Donnerstagabend in Hagen und Unna drei Männer festgenommen, weil sie verdächtigt werden, einen staatsgefährdenden Anschlag mit Waffen zu planen. Die Festgenommenen sind ein 33‑jähriger Deutscher und zwei syrische Staatsangehörige, bei den Durchsuchungen wurden eine Machete, eine Airsoft‑Waffe und digitale Daten gefunden.
Wie kam es zu den Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag?
Am Donnerstagabend drangen SEK‑Einheiten in eine Dachgeschosswohnung in Hagen ein und nahmen dort zwei Männer fest, während in Unna ein dritter Verdächtiger verhaftet wurde.
Die Aktion erfolgte nach einer Koordination mit dem Landeskriminalamt und weiteren Sicherheitsbehörden. Das SEK sprengte die Wohnungstür, um sofortigen Zugang zu erhalten.
In Hagen wurden zwei Männer, ein 20‑jähriger und ein 24‑jähriger Syrer, festgenommen. In Unna gelang die Festnahme eines 33‑jährigen Deutschen.
Die Durchsuchungen dauerten mehrere Stunden, weil die Beamten nach möglichen Waffen und Beweismitteln suchten. Die Ermittlungen laufen noch, um das Ausmaß der Planung zu klären.
Nach dem Einsatz wurde die betroffene Dachgeschosswohnung gesichert und die Nachbarschaft informiert, um mögliche Panik zu vermeiden.
Wer steckt hinter dem mutmaßlichen Anschlag?
Die drei Festgenommenen – ein 33‑jähriger Deutscher aus Unna und zwei syrische Staatsangehörige aus Hagen im Alter von 20 und 24 Jahren – stehen im Verdacht, dem Islamischen Staat nahe zu stehen.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird den Männern eine ideologische Nähe zum IS zugeschrieben. Der Deutsche soll zum Islam konvertiert sein, die beiden Syrer gelten als bereits radikalisiert.
Der Verfassungsschutz hatte die drei bereits zu Jahresbeginn als verdächtig eingestuft. Das führte zu intensiveren nachrichtendienstlichen Maßnahmen, bevor die Festnahmen erfolgten.
Im Umfeld der Verdächtigen wurde ebenfalls nach möglichen Komplizen gesucht; bei einer Verwandten in Siegen kam es zu einer separaten Razzia.
Die Behörden prüfen nun, ob weitere Personen in die geplante Tat verwickelt waren, und setzen die Ermittlungen in enger Abstimmung mit dem LKA fort.
Welche Beweismittel wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag gefunden?
Bei den Durchsuchungen wurden Datenträger, eine Machete und eine Airsoft‑Waffe sichergestellt, jedoch keine scharfen Schusswaffen.
Die Polizei fand mehrere USB‑Sticks und Smartphones, auf denen die Verdächtigen über mögliche Anschlagspläne kommunizierten. Die Daten werden derzeit ausgewertet, um die genaue Zielsetzung zu ermitteln.
Eine Machete und eine Airsoft‑Waffe wurden in der Wohnung entdeckt. Beide Gegenstände können als Symbolwaffen für Anschlagsfantasien gewertet werden.
Obwohl keine scharfen Schusswaffen gefunden wurden, sehen die Ermittler die vorhandenen Gegenstände als Hinweis auf eine Vorbereitung von Gewaltakten.
Wie wird rechtlich mit dem Verdacht auf einen Anschlag umgegangen?
Nach deutschem Recht kann die Polizei im Terrorverdachtsfall Personen bis zu 14 Tage präventiv festhalten, solange ein Richter die Anordnung bestätigt.
Der § 127a StGB erlaubt eine Haftdauer von bis zu 14 Tagen, wenn ein dringender Verdacht auf eine staatsgefährdende Straftat besteht. Ein Richter muss die Maßnahme innerhalb von 24 Stunden prüfen.
Wird der Verdacht nicht bestätigt, muss die Person unverzüglich wieder freigelassen werden. In diesem Fall wurden zwei der drei Männer bereits wieder entlassen.
Die Polizei hat die Festnahmen als präventive Maßnahme erklärt, um eine mögliche Tat zu vereiteln, bevor sie realisiert werden kann.
Welche Reaktionen gibt es von Politik und Sicherheitsbehörden zum Anschlag?
Innenminister Herbert Reul lobte die schnelle Koordination von LKA und SEK und betonte, dass die Behörden Anschlagsfantasien bereits im Vorfeld unterbinden wollen.
Reul erklärte, dass die Ermittler „Typen, die sich in Anschlagsfantasien verlieren“, konsequent verfolgt werden. Er hob die Bedeutung des Verfassungsschutzes bei der Früherkennung hervor.
Das LKA bestätigte, dass die Operation in enger Abstimmung mit den Landesbehörden erfolgte und dass weitere Durchsuchungen geplant seien, um mögliche Hintermänner zu identifizieren.
Die Polizei betonte, dass die Festnahmen ein Beispiel für wirksame Prävention seien und forderte die Bevölkerung auf, verdächtige Aktivitäten zu melden.
Kritiker fordern jedoch mehr Transparenz über die genauen Vorwürfe, da bislang nicht alle Details zu den angeblichen Waffenplänen veröffentlicht wurden.
Wie ist die aktuelle Lage der festgenommenen Personen nach dem Anschlag?
Zwei der drei Männer wurden bereits wieder freigelassen, während der Status des deutschen Verdächtigen noch ungeklärt ist.
Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, dass die beiden syrischen Staatsangehörigen nach kurzer Haftzeit wieder auf freiem Fuß sind. Die Behörden prüfen weiterhin ihre Aktivitäten.
Über den 33‑jährigen Deutschen gibt es bislang keine offizielle Mitteilung zum weiteren Vorgehen. Die Polizei hat angekündigt, weitere Informationen im Laufe des Tages zu veröffentlichen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Auswertung der gefundenen digitalen Daten, um mögliche weitere Tatpläne zu erkennen.
Häufige Fragen
Was war der konkrete Anlass für den SEK‑Einsatz in Hagen?
Der Einsatz wurde ausgelöst, weil das Landeskriminalamt und die Sicherheitsbehörden Hinweise erhalten hatten, dass in einer Dachgeschosswohnung in Hagen drei Personen einen Anschlag mit Waffen planen könnten. Das SEK wurde zur Durchsetzung des Durchsuchungsbefehls mobilisiert.
Welche Terrororganisation wird im Verdacht mit den Festgenommenen in Verbindung gebracht?
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen stehen die drei Männer in ideologischer Nähe zum "Islamischen Staat" (IS). Der deutsche Verdächtige soll zum Islam konvertiert sein, die beiden syrischen Staatsangehörigen gelten bereits als radikalisiert.
Wie lange dürfen Personen im Terrorverdachtsfall festgehalten werden?
Nach § 127a StGB kann die Polizei Personen bis zu 14 Tage in Gewahrsam nehmen, sofern ein Richter die Maßnahme innerhalb von 24 Stunden bestätigt. Die Haft muss aufgehoben werden, wenn der Verdacht nicht bestätigt wird.
Welche Waffen wurden bei den Durchsuchungen gefunden?
Die Beamten fanden eine Machete, eine Airsoft‑Waffe und digitale Datenträger. Scharfe Schusswaffen wurden bislang nicht entdeckt, was die Ermittler jedoch nicht als Entlastung für die Verdächtigen werten.
Wie reagierte das Innenministerium auf die Festnahmen?
Innenminister Herbert Reul lobte die schnelle und koordinierte Vorgehensweise von LKA und SEK. Er betonte, dass die Behörden Anschlagsfantasien bereits im Vorfeld unterbinden wollen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Sind weitere Personen im Umfeld der Verdächtigen bereits verhaftet worden?
Eine Verwandte eines Verdächtigen in Siegen wurde im Zuge einer separaten Razzia festgenommen. Die Ermittlungen prüfen derzeit, ob noch weitere Komplizen in die angebliche Planung involviert sind.